Was ist Ayurveda?

Was ist Ayurveda?

Ayurveda heißt übersetzt „Wissen vom Leben“. Es ist die traditionelle indische Medizin (TIM) und das älteste noch praktizierte und sich bis heute ständig weiterentwickelnde Heilsystem der Welt. Im Mittelpunkt steht die ganzheitliche und individuelle Betrachtungsweise eines Menschen hinsichtlich der Entstehung und Therapie von Krankheiten.
Die Verdauungs- und Stoffwechselaktivität, die Ernährung und Lebensweise spielen dabei eine zentrale Rolle und sind Bestandteil jeder Diagnostik und Therapie im Ayurveda.
Die Behandlung besteht aus einer Konsitutionsbestimmung (nicht jeder Mensch ist gleich und dementsprechend unterscheidet sich auch die empfohlene Therapie primär je nach Mensch und nicht je nach Diagnose wie in der Schulmedizin) und Mitgabe eines individualisierten Therapieplans mit Ernährungs- Lebensstilempfehlungen sowie der Verordnung von Kräuterpräparaten, welche in Österreich (Sternapotheke Wels) hergestellt werden um etwaige Verunreinigungen –  wie es leider oft bei fernöstlichen Präparaten der Fall  ist – zu vermeiden.
Ayurveda wurde nicht nur für den Menschen begründet, er ist eine „Weltlehre“ welche für die Natur und alle Lebewesen zu allen Zeiten gültig ist. Auch mit unserem modernen, westlichen Denken lässt er sich mit Logik, dem Prinzip der Homöostase und dem Gesetz von Ursache und Wirkung erklären. Weitere Grundsätze sind Ganzheitlichkeit und Individualität:

Was bedeutet Ganzheitlichkeit in diesem Zusammenhang:

Betrachtung des Menschen als Ganzes hinsichtlich Körper und Psyche als Einheit. Der Mensch und die Natur als Einheit, welche untrennbar miteinander verbunden sind, sich beeinflussen und in ständigem Austausch stehen (Bsp. Atmen). Als Bestandteil der Natur muss sich der Mensch an die Naturgesetze halten. Tageszeiten, Jahreszeiten, Temperatur haben Einfluss auf uns. Verhalten wir uns regelwidrig, hat es Konsequenzen für uns (Bsp. Erkältung in der kalten Jahreszeit bei inadäquater Bekleidung) Auch Ganzheitlichkeit hinsichtlich Therapie – es wird nie nur ein Symptom oder eine Krankheit behandelt, sondern immer der Mensch als Ganzes.

Was bedeutet Individualität in diesem Zusammenhang:

Kein Mensch gleicht dem anderen – das gilt auch für Charaktereigenschaften, Körperbau, Stoffwechsel- und Verdauungskraft, Talente, Körperkraft, Immunität und nicht zuletzt auch für die Neigung zu Krankheiten und deren Therapie.
Da der Mensch als Teil der Natur betrachtet wird, finden sich demnach alle Elemente, die sich in der Natur finden, auch im Menschen wieder. Aus den 5 Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum setzen sich die 3 Biophysikalischen Wirkprinzipien (Doshas) zusammen: Vata, Pitta und Kapha, welche sämtliche Vorgänge im Körper steuern. (Näheres im Teil „Die 3 Doshas)
Jeder von uns kommt mit einer ganz individuellen Zusammensetzung der Elemente auf die Welt (diese ist eine Mischung unserer Eltern und könnte in wissenschaftlicher Denkweise unseren „Genen“ entsprechen). Das heißt, die Doshazusammensetzung eines jeden ist wie ein Fingerabdruck – keiner ist gleich. Die Doshas dürfen nicht als statisches System verstanden werden, sie werden wie unser Körper und Psyche laut westlicher Medizin auch durch Ernährung, Lebensstil, Lebensumstände, Umweltbedingungen, Klima und Jahreszeiten positiv oder negativ beeinflusst. Anhand dieser Erklärung wird bereits ersichtlich, wie sich diese doch im ersten Moment gegensätzlichen Gesundheitslehren Ayurveda und Schulmedizin überschneiden.
„Leben“ wird als die Vereinigung von Körper, Geist und Seele definiert. Wird diese Vereinigung aufgehoben, geht das Leben verloren. Anhand dieser Beschreibung wird deutlich, dass die Lehre des Ayurveda auch Philosophie beinhaltet.
Im Ayurveda spielen die Verdauungskraft und der Stoffwechsel -auch auf zellulärer Ebene- eine zentrale Rolle in der Entstehung und Therapie von Krankheiten (Näheres dazu im Teil „Das Prinzip Agni“)

Beschreibung von Ayurveda in dem Referenzwerk Caraka Samhita:

„Gutes (gesundes) und schlechtes (krankes) Leben, glückliches und unglückliches Leben, das was dem Leben zu- bzw. abträglich ist; das Maß des Lebens und seiner Komponenten sowie das Leben selbst – wo all dies erklärt wird, das nennt man Ayurveda“ Zitat aus der der Caraka Samhita  (es heißt übersetzt „die Sammlung von Caraka“). Caraka – ein ayurvedischer Arzt – , der 2-3.Jh v.Chr. einer der zentralen Begründer des Ayurveda war.

6 Therapiesäulen

des Ayurveda

Therapie im Ayurveda:

Das Besondere am Ayurveda im Vergleich zur Schulmedizin ist jedoch, die bei allen Krankheiten und Störungen individuelle und ganzheitliche Betrachtung eines jeden Menschen.
Dies spiegelt sich auch in der Therapie wider. Die Behandlung im Ayurveda ist insofern besonders, als dass man nie nur ein Symptom oder eine Krankheit behandelt, sondern immer den ganzen Menschen.
Die 6 Therapiesäulen des Ayurveda:
Grundprinzip der Behandlung ist den in Dysbalance geratenen Organismus wieder in Gleichgewicht zu bringen, und dies mit den 6 Therapiesäulen des Ayurveda:

1. Lebensstil

Achtsamer Umgang mit sich selbst und der Umgebung, Umwelt und anderen Lebewesen, Ordnung, Routine z.B. Morgenroutine, Meditation, Ethik, Moral, etc.  Alle Taten haben eine bestimmte Wirkung auf ein Dosha. Z.B. Reisen erhöht Vata, viel Sprechen und Fasten erhöhen Vata. Neid, Eifersucht oder Wut erhöhen Pitta. Auf der Couch lümmeln, lange Schlafen und viel Essen erhöhen Kapha. Zum Ayurveda gehört auch Yoga und dessen Philosophie: Moralisches Verhalten fördert Gesundheit, unmoralisches Verhalten fördert Krankheit.

2. Ernährung

Ernährung spielt im Ayurveda eine zentrale, wenn nicht die wichtigste Rolle! Dbzgl. wird die Nahrung nicht nur nach den gängigen Schemen wie „gesund“ und „ungesund“ kategorisiert, sondern wie alles im Ayurveda individuell betrachtet. Ist für den einen Rohkost gut verträglich, ist es für den anderen ungeeignet. Dementsprechend wird nach Analyse der Konstitution und der Verdauungskraft ein individueller Ernährungplan mit zuträglichen Lebensmitteln und auch Gewürzen erstellt.

3. Bewegung

Konstitutionsgerechte Bewegung z.B. für Vata sind schnelle Sportarten weniger geeignet, weil sie Vata erhöhend wirken. Hingegen sind Spazieren oder sanfte Yogaübungen Vata reduzierend. Das heißt nicht, dass ein Vatatyp nicht laufen soll. Wenn er nach dem Laufen Vata senkende Maßnahmen wie z.B. langsame Yogaübungen oder Meditation macht, hat er seine durch das Laufen ausgelöste Vataerhöhung wieder ausgeglichen.

4. Kräutertherapie

Unter anderem anhand der Wirkung auf die Doshas werden Heilpflanzen kategorisiert und gezielt angewendet. Somit kann man im Ayurveda nicht sagen, dass man eine bestimmte Krankheit mit immer demselben Präparat behandelt, wie das in der Schulmedizin der Fall ist. Außerdem werden in der Schulmedizin häufiger Symptome mit Medikamenten behandelt als die Krankheit an sich. Bsp. Asthma: Da gilt im Ayurveda Asthma ist nicht gleich Asthma: Asthma beim Pittatyp wird anders behandelt als beim Kaphatyp, da es auch unterschiedliche Symptome macht. Z.B: Ist bei Kapha Schleim im Vordergrund und bei Pitta die Entzündung.

5. Manuelle Therapie

Manuelle Therapie im Ayurveda reicht von Massagen bis zu lokalen Ölanwendungen über bestimmten Körperregionen, Massagen mit Kräuterstempeln oder Trockenpasten. Je nach gewünschter Wirkung werden sie individuell angewendet nach Konstitution und Beschwerdebild. Insbesondere bietet der Ayurveda eine gut wirksame Lokaltherapie mit mediziniertem Öl bei Kreuzschmerzen oder Kniearthrose.

6. Reinigungskur

Pancakarma ist die therapeutische Königsdisziplin im Ayurveda. Es handelt sich hierbei um eine tiefgreifende Therapie bzw. Reinigung des gesamten Körpers und aller Zellen bei schwerwiegenden Erkrankungen. Dabei werden die über das gesunde Maß hinaus bestehenden Doshas aus dem Körper ausgeleitet (Bsp. Kapha mit induziertem Erbrechen, Pitta mit Abführen und Vata mit Darmeinläufen.
1 bis 4 Sind feste Bestandteile eines jeden meiner individuell für Sie zusammengesetzten Therapieplan.
5 und 6 biete ich in meiner Ordination nicht an. Ergibt sich meiner Meinung nach die Notwendigkeit für eine solche Behandlung leite ich Sie gerne an eine kooperierende Institution weiter.
Angebot

Ayurveda

Jeweils bestehend aus Konstitutionsbestimmung (Fragebogen), ayurvedische Zungen- und Pulsdiagnostik, Mitgabe eines Therapieplans und ggf. Rezepts für ayurvedische Kräuterpräparate der Sternapotheke Wels
• Ayurvedische Therapie bei Verdauungsstörungen (Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen, Reizdarmsyndrom und Nahrungsmittelintoleranzen etc)
• Ayurvedische Therapie bei Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerzn etc)
• Ayurvedische Therapie bei wiederkehrenden Infekten (Harnwegsinfekten, Vaginale Infekte, Respiratorische Infekte, Gastrointestinale Infekte etc.)
• Ayurvedische Therapie bei Wechseljahrsbeschwerden (Hitzewallungen, Blutungen, Gewichtsschwankungen, Stimmungsschwankungen etc.)
• Ayurvedische Therapie bei Erschöpfungszuständen (Burnout, Long Covid)
• Ayurvedische Therapie bei Rheuma- und Autoimmunerkrankungen
• Ayurveda bei Asthma bronchiale
Kosten
Ersttermin: 150 Euro
Folgetermin:  75 Euro